Die Niere wird in ganzheitlichen Betrachtungsweisen als zentrales Regulationsorgan für Flüssigkeitshaushalt, innere Reinigung und energetisches Gleichgewicht verstanden. Dabei geht es nicht ausschließlich um anatomische Funktionen, sondern um ihre Rolle im gesamten körperlichen und emotionalen System.

In verschiedenen ganzheitlichen Modellen wird auch beim Menschen zwischen rechter und linker Niere unterschieden. Teilweise besteht eine Zuordnung zur Händigkeit: Beim Rechtshänder wird die rechte Niere stärker mit regulierenden Prozessen des Wasserhaushalts, die linke mit reinigenden Prozessen in Verbindung gebracht, beim Linkshänder entsprechend umgekehrt. Aus dieser Sichtweise heraus kann eine erzwungene Umerziehung der Händigkeit regulative Zusammenhänge beeinflussen.

Auch beim Pferd zeigt sich eine deutliche anatomische Unterscheidung der Nieren. Die linke Niere ist bohnenförmig angelegt und liegt im Bereich der ersten Lendenwirbel, während die rechte Niere herzförmig ist und weiter vorne unter den letzten Rippen positioniert ist. In der Irisanalyse, einem naturheilkundlichen Betrachtungsmodell, wird davon ausgegangen, dass sich Organbezüge – unter anderem auch die Nieren – in bestimmten Arealen der Iris widerspiegeln können.Innerhalb dieses Modells werden teilweise auch Hinweise auf konstitutionelle oder familiäre Dispositionen diskutiert. Diese Annahmen sind wissenschaftlich nicht belegt und ersetzen keine medizinische Diagnostik.

Darüber hinaus zeigen Pferde häufig eine ausgeprägte Lateralisierung, also eine bevorzugte Körperseite. Diese kann sich im Bewegungsmuster, in der Belastungsverteilung oder auch in äußeren Merkmalen wie der Richtung des Stirnhaarwirbels widerspiegeln.

In ganzheitlichen Konzepten werden die Nieren zudem mit emotionalen Themen wie Angst, Unsicherheit oder tief verankerten Stressmustern in Verbindung gebracht. Auch Aspekte wie Trauer oder das Gefühl mangelnder Stabilität werden teilweise in diesen Zusammenhang gestellt. Dabei geht es nicht um eine isolierte Ursache-Wirkungs-Zuordnung, sondern um das Verständnis, dass emotionale und körperliche Prozesse miteinander verwoben sein können.

Im Zusammenhang mit Muscle Integrity Myopathy (MIM) beziehungsweise PSSM2 wird in ganzheitlichen Therapiekonzepten daher nicht nur die Muskulatur betrachtet. Auch regulative Prozesse, Stressverarbeitung und die individuelle körperliche sowie emotionale Belastung können in die Begleitung einbezogen werden.

Symptome wie steifer Gang, Muskelzittern, Bewegungsunlust, lokale Muskelatrophie, Nervosität oder Koordinationsveränderungen werden dabei nicht isoliert bewertet, sondern im Kontext des gesamten Regulationssystems gesehen. Die Betrachtung der Körperseite, individueller Lateralisierung sowie emotionaler Faktoren kann zusätzliche Hinweise geben.

Eine ganzheitliche Herangehensweise versteht Erkrankungen nicht als isolierte Einzelphänomene, sondern als Ausdruck eines komplexen Zusammenspiels körperlicher und emotionaler Prozesse. Ziel ist es, individuelle Zusammenhänge zu erkennen und das Tier in seiner Gesamtheit zu begleiten.

 

 

Hinweis

Die Inhalte dieses Beitrags beruhen auf ganzheitlichen und erfahrungsbasierten Betrachtungsmodellen. Sie stellen keine tierärztliche Diagnose oder Therapieanweisung dar und ersetzen keine fachliche Abklärung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Es werden keine Heilversprechen abgegeben.